Kein Abschluss ohne Anschluss

Mit „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf in NRW“ (KAoA) hat Nordrhein-Westfalen als erstes Flächenland ein landesweit einheitliches und aufeinander aufbauendes Gesamtsystem von der Schule in Ausbildung und/oder Studium eingeführt, um Jugend­liche in ihrem Prozess der Beruflichen Orientierung zu unterstützen, ihr Berufswahlspektrum zu erweitern und junge Menschen durch die Entwicklung einer Berufswahlkompetenz entscheidungsfähiger zu machen.

„Kein Abschluss ohne Anschluss“ hat zum Ziel, einen nach­haltigen und systematischen Übergang von der Schule in den Beruf gemeinsam und in Abstimmung mit den beteilig­ten Akteuren auf der Ebene der kreisfreien Städte und Kreise zu befördern, erforderliche Abstimmungsprozesse zu organisieren und zu einer kontinuierlichen Weiterent­wicklung des Gesamtsystems beizutragen.

KAoA ist dabei Teil der präventiven Strategie der Landesregierung und schafft, gerade auch durch die Kooperation aller relevanten Akteure, Institutionen und Angebote, wesentliche Grundlagen, um allen jungen Menschen eine Anschlussperspektive zu eröffnen, dabei unnötige Warte­schleifen zu vermeiden und die Zahl der Ausbildungs- und Studienabbrecherinnen und -abbrecher zu verringern. Gleichzeitig wird so auch ein Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs und der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gesichert, da junge Fachkräfte schneller und gezielter ihre Ausbildung und/oder ihr Studium auf­nehmen und abschließen können.

Im Hochsauerlandkreis ist die Landesinitiative im Schuljahr 2014/2015 mit 25 Schulen gestartet. Seit dem Schuljahr 2016/2017 ist die Umsetzung für alle allgemeinbildenden Schulen und Berufskollegs für die Schülerinnen und Schüler von der Jahrgangsstufe 8 bis in die Sekundarstufe 2 verpflichtend. Im Hochsauerlandkreis sind dies nun insgesamt 42.

Die Umsetzung von KAoA erfolgt in vier zentralen Hand­lungsfeldern:

Zielsetzung

Für die Umsetzung der Landesinitiative wurden verbindliche Standardelemente entwickelt, durch die im Sinne von Mindeststandards der systemische Prozess der Beruflichen Orientierung beginnend ab der Jahrgangstufe 8 bis hinein in eine Ausbildung oder ein Studium bzw. alternative Anschlusswege definiert werden.

Zu diesen Elementen der Beruflichen Orientierung gehören beispielsweise:

  • prozessbegleitende Beratung (in der Schule durch die Bundesagentur für Arbeit und durch andere Partner)
  • schulische Strukturen (Curricula, Studien- und Berufswahlkoordinatorinnen und -koordinatoren, Berufsorientierungsbüros)
  • Praxisphasen
  • koordinierte Gestaltung des Übergangs inklusive Anschlussvereinbarung

 

Erläuterung der Standardelemente

Portfolioinstrument

Ein Portfolioinstrument als Standardelement des Gesamtsystems der beruflichen Orientierung ist  ein Lern-Entwicklungs-Instrument, in dem ausgewählte Dokumente gesammelt und dokumentiert werden. Portfolioinstrumente beinhalten im Einzelnen die folgenden Aspekte:

  1. Dokumentation
  2. Information
  3. Kommunikation und Reflexion
  4. Planung und Organisation

Das Portfolioinstrument erhalten alle Schülerinnen und Schüler aller Schulformen ab der 8. Klasse, es bündelt alle Inhalte und Aktivitäten des schulischen BO-Prozesses und schafft damit Kontinuität und Verbindung zwischen den einzelnen Standardalementen. Im Hochsauerlandkreis wird der Berufswahlpass NRW für alle Schülerinnen und Schüler zur Verfügung gestellt. Außerdem wurden Arbeitsblätter mit regionalen Ansprachpartnern erweitert, die den Prozess der Beruflichen Orientierung begleiten.

 

Potenzialanalyse

Die Potenzialanalyse ist eine stärken- und handlungsorientierte eintägige Analyse von Potenzialen. Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe entdecken dabei auch unabhängig von geschlechterspezifischen Rollenerwartungen ihre fachlichen, methodischen, sozialen und personalen Potenziale im Hinblick auf die Lebens- und Arbeitswelt.

Die Potenzialanalyse zielt darauf ab, dass sich die Schülerinnen und Schüler den eigenen Interessen, Neigungen und Möglichkeiten annähern und ihre damit verbundenen Kompetenzen weiterentwickeln. Sie fördert die Selbstreflexion und die Auseinandersetzung mit eigenen Stärken und beruflichen Anforderungen. Sie erschließt die Anhaltspunkte für ein passgenaues Angebot der weiteren Bausteine in der Beruflichen Orientierung, in einem ersten Schritt für die Berufsfelderkundung und die sich anschließende Auswahl von Berufsfeldern für das Schülerbetriebspraktikum.

 

Berufsfelderkundung

Mit der Berufsfelderkundung gewinnen Schülerinnen und Schüler erste Einblicke in die Berufswelt, indem sie an bis zu drei Tagen in drei unterschiedliche Berufsfelder hinein schnuppern. Typische Arbeitsabläufe und verschiedene berufliche Tätigkeiten werden praxisnah in Betrieben kennen gelernt und erkundet. Schülerinnen und Schüler sollen einen Überblick von den realistischen Aufgaben in dem jeweiligen Berufsfeld erhalten. Diese ersten Einblicke in die beruflichen Arbeitsabläufe dienen dazu, dass Schülerinnen und Schüler eine (an ihren Fähigkeiten orientierte) Auswahl für das Betriebspraktikum treffen können. Die Berufsfelderkundungstage finden im Hochsauerlandkreis järhlich kompakt in der Woche vor den Osterferien statt.

Hier gelangen Sie direkt zum Berufsfelderkundungsportal.

 

 

 

Zielsetzung

Die Übergangsgestaltung dient der Gestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf. Jugendliche, die aufgrund schulischer oder individueller Schwierigkeiten keine Ausbildung beginnen können, sollen von dieser Übergangsgestaltung profitieren.

Zielsetzung

Eine weitere Aufgabe der Landesinitiative "Kein Abschluss ophne Anschluss" ist neben der Studien- und Berufsorientierung eine Stärkung der dualen Ausbildung. Die Vorteile der dualen Ausbildung sollen Jugendlichen, Eltern und Lehrkräften gezielt vor Augen geführt werden. Hintergrund ist hier die Prävention des Fachkräftemangels.

Zentrales Portal zur Berufsorientierung in der Region Hellweg-Sauerland

Die Kommunale Koordinierungsstelle beim Hochsauerlandkreis bildet die Schaltstelle für die mit der Umsetzung von "Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule-Beruf in NRW" verbundenen Prozesse. Sie koordiniert die Akteure und Akitvitäten vor Ort. Die originären Zuständigkeiten der Partner bleiben erhalten. Ziel der Kommunalen Koordinierung ist es, einen nachhaltigen und systemischen Übergang von der Schule in den Beruf mit Abstimmung der beteiligten Akteure zu fördern. Hierbei stehen zum Beispiel die Bereiche Berufliche Orientierung, Berufsvorbereitung oder Übergang in Ausbildung oder Studium im Vordergrund.

Netzwerkpartner sind beispielsweise:

  • Schulen, Hochschulen
  • Kammern und Verbände
  • Agentur für Arbeit
  • Jobcenter
  • Jugendhilfe
  • Wirtschaftsförderungen
  • Unternehmen
  • Regionale Bildungsträger
  • Regionaler Ausbildungskonsens
  • Regionalagentur
  • Kommunales Integrationszentrum

Logo Europäische Union, Europäischer Sozialfonds, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW

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