Naturbedingte Schwermetallbelastung – Maßnahmen an Grundstücken erforderlich

Mitte 2024 und noch vor kurzem hat es weitere Probeentnahmen im Stadtgebiet Brilon in Bereichen mit erheblichen Schwermetallbelastungen gegeben. Seit August 2025 liegen dem Fachdienst Abfallwirtschaft und Bodenschutz des Kreises durch das NRW-Umweltministerium festgelegte und damit verbindliche Grenzwerte vor, die aufgrund der Messergebnisse nun zu Maßnahmen führen: Bei 40 Grundstücken muss der Boden in einer Tiefe von 30 Zentimetern ausgetauscht werden, rund 300 Grundstückseigentümer werden Vorgaben für die Bodenbedeckung und einen Nutzgarten erhalten.

 

Die 40 Grundstückseigentümer, die von dem Bodenaustausch betroffen sind, haben in den vergangenen Tagen ein Schreiben des Hochsauerlandkreises erhalten mit den Messergebnissen, einer Einladung zu einem Beratungsgespräch und einen Hinweis auf Fördermöglichkeiten. Das Land NRW hat für die 40 Einzelmaßnahmen eine Landesförderung in Aussicht gestellt. Die Termine für ein Beratungsgespräch sind für die Betroffenen über einen in dem Schreiben mitgeteilten Link buchbar.

 

Der Hochsauerlandkreis plant über die Einzelmaßnahmen hinaus, eine sogenannte Bodenschutzgebietsverordnung durch den Kreistag beschließen zu lassen, eine entsprechende Vorlage dazu wurde im Kreistagsinformationssystem für die Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten am 14. Januar veröffentlicht. Zurzeit bereiten der Hochsauerlandkreis und die Stadt Brilon eine Bürgerveranstaltung vor, die am Montag, 23. Februar 2026, stattfinden soll.

 

Zum Hintergrund: In Brilon liegen großflächig natur- bzw. bergbaubedingt erhöhte Schwermetallbelastungen im Stadtgebiet vor. Insbesondere konnten hohe Bleiwerte nachgewiesen werden, aber auch leicht erhöhte Gehalte an Arsen, Cadmium und Zink. Ursächlich für die erhöhten Schwermetallgehalte in den Böden sind die Vorgänge, die vor Millionen von Jahren zur Bildung der Blei- und Zinklagerstätten des „Briloner Galmeibezirks" geführt haben. Da die Böden durch Verwitterung aus dem darunterliegenden Gestein hervorgehen, weisen diese im Bereich von Erzlagerstätten und ihrem Umfeld naturbedingt teilweise deutlich erhöhte Metallgehalte auf.

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