Gute Vorsätze

Veröffentlichung: 30.12.2025
Autorin: Monika Loerchner


 

Wir wünschen allen Bürgerinnen und Bürgern ein frohes neues Jahr!

Wir vom Gesundheitsamt des Hochsauerlandkreises haben uns einen guten Vorsatz für 2026 gefasst: wir möchten Sie noch besser informieren! Über uns, unsere Arbeit und gesundheitsbezogene Themen, die uns besonders am Herzen liegen. Über die vielen tollen Angebote, die es bei uns im Hochsauerlandkreis gibt und Projekte, die wir gemeinsam mit unseren zahlreichen Netzwerkpartnern durchführen.

Viele Menschen nutzen den Start in ein neues Jahr, um mehr für ihre Gesundheit zu tun. Damit es mit den guten Vorsätzen auch klappt, haben wir unseren Kollegen von der Gesundheitsprävention, Fitness- und Gesundheitsmanager Dietmar Fegler, zum Interview gebeten.


 

Hallo Herr Fegler! Haben Sie als studierter Fitness- und Gesundheitsmanager

schon einmal gute Vorsätze in Bezug auf Ihre Gesundheit gefasst?

Dietmar Fegler: „In der Tat, das habe ich! Ich bin vor einiger Zeit Vater geworden, seitdem gehe ich die Dinge bewusster an. Denn wie ich selbst Gesundheit lebe, wirkt sich enorm auf die Verhaltensweise meines Kindes aus. Mein Ziel war es, mir morgens Zeit für ein gesundes Frühstück und Beweglichkeitsübungen zu nehmen.“

 

Also ein gutes Frühstück und Frühsport. Hat es funktioniert?

DF: „Hat es! Es gibt ja diese Regel, dass es ungefähr 60 Tage braucht, damit sich eine neue Gewohnheit verfestigt. Das habe ich mir bewusstgemacht.“

 

Inwiefern hat Ihnen das geholfen?

DF: „Der Alltag überrennt einen schnell, aber wenn man sich auf diese 60 Tage fokussiert, hat man etwas an der Hand.“

 

Also muss man nur 60 Tag lang tapfer sein?

DF: „Bei läuft zum Beispiel das mit dem Sport mittlerweile wie von selbst, das ist wie Zähne putzen, das gehört in meinem Alltag jetzt einfach dazu.“

 

Das finde ich ja toll! Haben Sie noch einen anderen Tipp, wie das mit den guten Vorsätzen dauerhaft funktionieren kann?

DF: „Zuallererst müssen die Vorsätze realistisch, also umsetzbar sein. Bezogen auf Sport sollte man sich daher zunächst einmal eine strukturierte Übersicht über seinen Alltag schaffen. Ich muss erst mal schauen, wann ich überhaupt einen Zeitraum für Sport schaffen kann. Es bringt ja nichts zu sagen, ich fange Montag an, obwohl ich an dem Tag gar nicht kann. Dann hat man bereits den ersten Misserfolg und der demotiviert natürlich.“

 

Die Kinder, der Job, die Familie, einkaufen… Was, wenn ich im Hamsterrad Alltag gar keine Zeit für Sport habe?

DF: „Man muss sich fragen, welchen Stellenwert hat meine Gesundheit in meinem Leben, wie wichtig ist mir die? Personen ab 18 Jahren sollten laut Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation pro Woche 150-300 Minuten Stunden moderat oder intensiv aktiv sein (ausführlicher: siehe z.B. Ärzteblatt, ZDFheute). Allerdings wird auch hier betont, dass für die Gesundheit jede Bewegung ein Gewinn ist, also selbst wenig Bewegung einen positiven Effekt hat. Wenn man wirklich keine Zeit hat, sollte man zumindest Gewohnheiten etablieren, die auch im Alltag umsetzbar sind. Zum Beispiel die Treppe statt den Aufzug nehmen oder das Fahrrad anstelle des Autos nutzen.“

 

Das habe ich schon oft gehört. Aufzüge begegnen mir in meinem Heimatdorf eher selten und wenn ich mit dem Fahrrad zur Arbeit wollte, müsste ich vier Stunden früher losfahren…

DF: „Stimmt. Aber Sie können ja zum Beispiel ihr Auto so abstellen, dass Sie noch ein paar Meter zu Ihrem Arbeitsort laufen müssen. Oder wenn ich in Meschede in den Rebell möchte, parke ich eben nicht am Rathaus oder Bahnhof, sondern in der Kolpingstraße. Oder wenn ich in die Neheimer Innenstadt möchte, parke ich unter der Autobahnbrücke.“

 

Hand aufs Herz: Machen Sie das wirklich?

DF: „Ja, das mache ich in der Tat.“

 

Gut, dann nehme ich mir jetzt vor, immer wenn es die Zeit erlaubt eine Bushaltestelle früher auszusteigen, in Ordnung?

DF: „Genau, das ist ja auch schon was! Unter Bewegungspackung - BZgA Shop können Sie kostenlos Anregungen für kleine Alltagsübungen runterladen. Sitzen Sie viel am Schreibtisch, können Sie zum Beispiel Pauls Schreibtischübungen nutzen, um aktiv etwas für Ihre Rückengesundheit zu tun.

 

Was treiben Sie denn sonst noch so an Sport?

DF: „Ich mag es, durch die Natur zu joggen. Zum Beispiel im Kohlwedertal oder durch die Henneauen.“

 

Nun leben wir ja hier im Sauerland, das bedeutet oft Regen…

DF: „Deshalb ist es wichtig, sich auch immer einen Plan B zu machen. Was mache ich, wenn es regnet? Da könnte man zum Beispiel ins Fitness Studio gehen oder einfach zuhause etwas machen. Im Internet finden Sie viele unkomplizierte Workouts, die man auch ohne Geräte machen kann. Zum Beispiel auf der Seite von Fit for fun, einem seriösen Fitnessportal. Auch die Krankenkassen geben da viel Input, da findet man auch auf YouTube viele Videos zu.

 

Wie sieht es aus in Sachen bessere Ernährung?

DF: „Da empfehle ich, sich an eine einfache Regel zu halten: Beschränken Sie sich auf Lebensmittel, die möglichst unverarbeitet sind und bei denen Sie die Zutaten auch verstehen. Zum Beispiel weiß ein Laie nicht, was mit Mono- und Diglyceride oder Aspartam gemeint ist.“

 

Das kann ich bestätigen.

DF: „Überhaupt würde ich auf möglichst unbehandelte, regionale und saisonale Produkte setzen. Das würde schon viel bewirken.“

 

Das klingt gut, aber auch viel zu vernünftig – was, wenn ich so einen richtig fiesen Fastfood-Rückfall habe?

DF (lacht): „Den habe ich auch manchmal. Ich sage mal so, man muss auch einfach mal essen, worauf man Lust hat, auch wenn es etwas Ungesundes ist. Ernährt man sich ansonsten gesund, ist das absolut in Ordnung.“

 

Weitere klassische gute Vorsätze sind, mit dem Rauchen aufzuhören oder weniger Alkohol zu trinken. 

DF: „Aus persönlicher Sicht kann ich nichts dazu sagen, da ich nie geraucht habe. Aber man kann man beim BZgA einen kostenlosen Nichtraucher-Kalender für die ersten 100 Tage bestellen. Weitere Unterstützung gibt es auf rauchfrei-info.de: rauchfrei-info.de Egal, welche Sucht man in den Griff bekommen möchte, man kann sich aber immer Hilfe bei einer Suchtberatungsstelle suchen. Hier im Kreis sind das die des Caritasverband Brilon e.V., deren Nebenstelle hier in Meschede in der Steinstraße ist und die Suchthilfe „Wendepunkt“ in Arnsberg.“ 

 

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage der Techniker-Krankenkasse leidet etwa ein Viertel der Menschen in Deutschland häufig unter Stress. Viele Menschen nehmen sich auch vor, diesen zu verringern.

DF: „Jeder muss für sich selbst schauen, welche Instrumente er da nutzen kann. Schlechtes Essen stresst den Köper, so dass eine ausgewogene Ernährung da auf jeden Fall auch etwas bewirkt. Viele Menschen können bei Sport abschalten und sich so einen Ausgleich schaffen.“

 

Was kann man noch tun?

DF: „Es ist schwierig, dazu pauschale Aussagen zu machen. Wenn der Stress über einen längeren Zeitraum besteht und körperliche Auswirkungen hat, ist es immer gut, dazu Rücksprache mit dem Hausarzt oder der Hausärztin zu halten. Es gibt auch eine Vielzahl an Beratungsstellen, welche bei verschiedensten Problemen unter die Arme greifen können. 

Ich empfehle auf jeden Fall ein positives Mindset und die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, auf die wir keinen Einfluss haben. Können wir aber doch unsere Situation beeinflussen, sollten wir uns nicht in eine Opferrolle begeben, sondern aktiv das Steuer in die Hand nehmen.“

 

Da kommt mir als erstes mein Arbeitsweg in den Sinn. Winter, Glatteis, Stimmstamm und zwei LKW, die sich ein Elefantenrennen liefern, und dann bleibt auch noch einer liegen. 

DF: „Zum einen ist das ja eine Planungssache. Man kann nicht auf alles vorbereitet sein, aber ein kleiner zeitlicher Puffer kann da schon hilfreich sein. Weiter kann man bei Stillstand Vorgesetzte oder Terminpartner informieren. Und dann die Zeit nutzen, um zum Beispiel eine liebe Person anzurufen, Musik oder einen guten Podcast zu hören.“

 

Das überzeugt mich noch nicht ganz. Zeitmanagement, Sport, auch Erholungen einplanen, das ist ja alles gut und schön. Aber was nützt mir das in einer konkreten Stresssituation?

DF: „Da spielt dann noch das Mindset mit rein. Mir ist zum Beispiel vor einiger Zeit folgendes passiert: Ich stand im Supermarkt an der Kasse, es war 18:10 Uhr, und um 18:30 Uhr war Anpfiff eines Fußballspiels Dortmund gegen Bayern. Da war vor mir einer in der Schlange, der hatte den ganzen Einkaufswagen voller Pfandflaschen, weil der Automat anscheinend nicht funktioniert hatte. Die Kassiererin musste die Flaschen daher per Hand zählen. Sie hat sich aber dauernd verzählt und irgendwann war mir klar, dass ich es nicht mehr bis zum Anstoß nach Hause schaffe. Da hätte ich genervt sein können. Ich dachte mir aber, ich bin jetzt in dieser Situation, an der ich nichts ändern kann. Die Kassiererin war vielleicht 18 oder 19 Jahren alt, die hatte vielleicht ihre erste Woche im Job. Außerdem war das für sie sicherlich noch unangenehmer als für mich. Und wenn man mal die Perspektive wechselt und dieses Verständnis für andere entwickelt, für eine im Job noch unsichere Kassiererin oder einen LKW-Fahrer unter Termindruck, ist man auch nicht mehr so genervt. Die machen das ja nicht, um einen persönliche zu ärgern, das muss man sich klar machen.“

 

Ich glaube, ich verstehe, was Sie meinen. Das werde ich mal versuchen. Was sind denn Ihre Vorsätze für das neue Jahr 2026?

DF: „Ich möchte meine guten Gewohnheiten in Bezug auf Sport und Ernährung beibehalten und zusätzlich mehr auf meine seelische Gesundheit achten.“

 

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

 

(Der Text enthält externe Links)

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