Rehabilitationskonzept

"Gesundheit ist ein Zustand vollständigen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Beschwerden und Krankheit." (WHO 1948)

Auf dieser Grundlage bietet der Hochsauerlandkreis gesundheits- und sozialisationsfördernde Kurmaßnahmen an, die nicht nur die Stärkung eines jeden einzelnen Kindes oder Jugendlichen, sondern auch die Stärkung der Familie als sozialer Mittelpunkt des betreffenden Kindes zum Ziel haben.

Im Kinderkurheim "Arnsberg" des Hochsauerlandkreises werden bis zu 45 Kinder ganzjährig in elf Kuren vierwöchig betreut. Die Indikationen liegen sowohl im medizinischen als auch im sozialen Bereich.

Ausgehend von einem ganzheitlichen Ansatz bei "Gesundheit", ist das Ziel einer Kinderrehabilitation in unserer Einrichtung, durch eine ärztliche, pädagogische, therapeutische und hauswirtschaftliche Rund-Um-Begleitung zu erreichen, dass die Kinder ihre Krankheit verstehen, mit ihr leben und die Symptome teilweise verbessert werden. Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Jugendämtern, den Eltern und den Schulen soll die kindliche und elterliche Compliance verbessert werden. Besonders wichtig ist es, innerhalb der Rehabilitation soziale Kompetenzen zu vermitteln und die Therapieeffekte einer sozialen Gruppe zu nutzen. Eine deutliche Trennung vom häuslichen Umfeld ist von Vorteil. Der vierwöchige Aufenthalt bietet die Chance, aus einer belastenden familiären Situation heraus im geschützten und fachlich begleiteten Raum des Kinderkurheimes zur Ruhe zu kommen und neue Kräfte zu schöpfen. Die Kur vermittelt Hilfe zur Selbsthilfe und Stärkung der Eigeninitiative. Sie enthält verhaltenstherapeutische Komponenten, gibt Impulse für den Alltag zu Hause und hat somit eine wichtige Bedeutung in der präventiven Gesundheitsvorsorge.

Im Kinderkurheim arbeiten neben der Heimleitung und der Verwaltungsangestellten, die Mitarbeiter im pädagogischen, therapeutischen und hauswirtschaftlichen Bereich. In allen Bereichen orientieren wir uns am Bedarf des einzelnen Patienten.

Das Kinderkurheim bietet hierzu entsprechende fachärztliche Therapien und Behandlungsmöglichkeiten sowie mit- und aufeinander abgestimmte sozialpädagogische Interventionsangebote.

Die medizinischen Leitlinien sind einsehbar unter:

www.adipositas-gesellschaft.de

www.awmf.org/leitlinien/ Kurzversion der Leitlinie Neurodermitis

www.awmf.org online-Leitlinie für Kinder-Jugend-Psychiatrie

www.atemwegsliga.de/asthma.html

www.awmf.org/leitlinien/aktuelle-leitlinien.html

Asthmaschulung:

-> orientiert an den Qualitätsleitlinien der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung im Kindes-und Jugendalter (AGAS)

 

Neurodermitisschulung:

-> orientiert an den Qualitätsleitlinien der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung e.V (AGNES)

 

Ernährungsschulung:

-> orientiert an den Qualitätsleitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

Zusammenstellung von Diagnose und der jeweiligen Therapie

Während bei den Infektionskrankheiten eine rückläufige Tendenz zu erkennen ist, nehmen die chronischen und psychomotorischen Krankheiten bei den Kindern und Jugendlichen zu. Diese Veränderungen erfordern eine Anpassung an einen Behandlungsansatz, der die körperlichen, geistig-seelischen und psychosozialen Belastungsfaktoren berücksichtigt. Im Kinderkurheim "Arnsberg" des HSK werden außer Rehabilitation auch Kriseninterventionen und Inobhutnahmen durchgeführt. Oft erfolgt eine Stärkung der Familien allein durch die Entlastung durch die vorübergehende Kindesbetreuung.

 

Diagnose

Therapie/Verordnung

Adipositas E66

 

 

Reduktionskost

Ernährungsberatung

Jogging, Nordic-Walking, Gymnastik, Bewegungsbäder, Ausdauer- und Krafttraining

Untergewicht R63.4

 

Aufbaukost

Ernährungsschulung

Allergische Rhinopathie J30.4

Chronische Pharyngitis J31.2

Chronische Sinusitis J32.9

Chronische Laryngotracheitis J37.0

Bronchitis J40.0

Allergisches Asthma bronchiale J45.0

Endogenes Asthma bronchiale J45.1

Pollinose J30.1

Hyperreagibles Bronchialsystem R94.2

Katarrh des Larynx J37.0

ausdauernde Aufenthalte im Brandungsaerosol

Nasen- und Racheninhalationen mit Sole

Spezielle Inhalationen mit individuellem Medikamentenzusatz über Vernebler

Lungenfunktionstest

täglich Peak Flow

Atemschulung

Atemtherapie

 

Xerodermie L85.3

Atopisches Ekzem L20.8

Seborrhoisches Ekzem der Kinder L21.1

Allergisches Kontaktekzem L23.9

Toxisches Kontaktekzem L24.9

Prurigo Erkrankungen L28.2

Pruritus L29.9

Nummuläres Ekzem L30.0

Dyshidrosis L30.1

ausdauernde Aufenthalte im Brandungsaerosol

balneologische Wannenbäder (Sole oder Sole-Öl-Bäder)

Meerwasserbäder

Patientenschulung

Entspannungstraining

 

 

Pityriasis alba Faciei L30.5

Psoriasis L40.9

Papulosquamöse Hauterkrankungen L44.9

Urtikaria L50.8

Akne vulgaris L70.0

Periorale Dermatitis L71.0

Ichthyosis L85.0

Intertriginöses Ekzem L30.4

ausdauernde Aufenthalte im Brandungsaerosol

balneologische Wannenbäder (Sole oder Sole-Öl-Bäder)

Anwendung von Salben/Cremes etc. je nach Hauterkrankung

Meerwasserbäder

Patientenschulung

Entspannungstraining

Kyphose als Haltungsstörung M40.0

Lordose M40.5

Idiopathische Skoliose beim Kind M41.0

Idiopathische Skoliose beim Jungendlichen M41.1

Instabilität der Wirbelsäule M53.2

Haltungsabhängige Rückenschmerzen M54.99

Haltungsschwäche R29.3

Haltungsturnen

Massage

Bewegungsbäder, Schwimmen

Jogging, Walking

 

Andere Verhaltens- und emotionale Störung mit Beginn in der Kindheit und Jugend F98

Essstörungen F50

Psychogene Funktionsstörungen F59

Entwicklungsstörungen F89

Störungen des Sozialveraltens F91

Emotionale Störung F93

AD(H)S F90

Schulmüdigkeit

 

Geschwisterrivalität F93.3

 

Mediensucht

Heilpädagogische Einzelhilfe:

zur Entwicklungs-, Sprach- und Konzentrationsförderung

Stabilisierung des Sozialverhaltens, Aufarbeitung familiärer Interaktionsprobleme

Unterstützung im Umgang mit Konflikten (innerfamiliär, schulisch, innerhalb der peer-group)

Umgang mit Leistungsanforderungen, Entwicklung von Lernstrategien, auch mit Hilfe von Lernprogrammen, z. B. des Budenbergprogrammes

Einzelgespräche zur psychischen und sozialen Stabilisierung

Einzelbetreuung

Wahrnehmungsförderung

Selbstreflexion

Psychomotorische Bewegungsübungen