Schulentwicklungsplanung der HSK-Berufskollegs: Einseitige Lobbyarbeit für Elektrotechnik schadet strategischer Zukunftsplanung der Berufskollegs

Pressemeldung vom 12.03.2015

Hochsauerlandkreis


Die einseitige Lobbyarbeit für die Elektrotechnik schadet der strategischen Zukunftsplanung der fünf Berufskollegs des Hochsauerlandkreises. "Die Schulentwicklungsplanung ist ein Kompromiss aller Berufskollegs, um möglichst viele Bildungsgänge möglichst lange im Hochsauerlandkreis anbieten zu können. Der demografische Wandel macht auch vor den Berufskollegs nicht halt", beschreibt Martin Stolte, Fachbereichsleiter für Schulen und Jugend beim Hochsauerlandkreis, die Ausgangsposition. Alle Schulleitungen haben deshalb in diesem Prozess auf einzelne Bildungsgänge verzichtet, um flächendeckend eine optimale Unterrichtsqualität zu gewährleisten.

Sollte jedoch der Elektrotechnikkompromiss gekippt werden, ist die Bereitschaft von vier der Berufskollegs zu weiteren Kooperationen und Absprachen nicht mehr gegeben. Jürgen Krieger, Schulleiter des Berufskollegs Meschede, dazu: "Bislang haben sich die anderen Schulen aus der Diskussion herausgehalten. Auch diese vier Berufskollegs haben Bildungsgänge oder Teile davon abgegeben, sich aber trotzdem an den Kompromiss gehalten. Der Blick sollte auf das Ganze gerichtet sein und nicht auf einen kleinen Teil daraus."

In den nächsten Jahren stehen beispielsweise Entscheidungen bei folgenden Bildungsgängen an: Maler/Lackierer, Friseure, Tischler, Hauswirtschaft und Bankkaufleute (jeweils noch 2 Standorte), Büromanagement (noch 3 Standorte) und Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte (nur noch ein Standort). Die Floristen aus dem gesamten HSK müssen bereits nach Dortmund zur Berufsschule fahren, Köche, Zahnarzthelferinnen und Verwaltungsangestellte besuchen seit Jahrzehnten die Berufsschule in Meschede.

Sollte die Schulentwicklungsplanung nicht umgesetzt werden können, droht dem HSK, dass die Bezirksregierung Arnsberg über die Verteilung von Lehrern die Standorte der Bildungsgänge bestimmt. "Damit würde der HSK das Ruder aus der Hand geben", ist sich Martin Stolte sicher. Auch die Diskussion um die Investitionen am Berufskolleg Olsberg hält Stolte für überzogen: "Nur 4,7 Prozent der Unterrichtsstunden im Gebäude 9 entfallen auf das zweite bis vierte Ausbildungsjahr im Bereich "Elektro". Von Leerstand kann daher keine Rede sein."