Geogene Bodenbelastung: Umfrage zum Spielverhalten von Kindern startet

Pressemeldung vom 13.06.2017

Hochsauerlandkreis/Brilon


Wie in der Sitzung des Stadtrates Brilon am 11. Mai angekündigt, beginnt am Montag, 19. Juni, die Umfrage in den Kindergärten und Kindertagesstätten im Stadtgebiet Brilon zum Spielverhalten von Kindern im Freien. Die Untere Bodenschutzbehörde des Hochsauerlandkreises hat das Institut für Umweltanalyse aus Bielefeld mit dieser Umfrage beauftragt. Dabei werden die Erzieherinnen direkt befragt und Fragebögen an die Eltern verteilt. Mit Hilfe von sich wiederholenden Wochenprotokollen soll auch das Verhalten der Kinder erforscht werden, wie es sich im jahreszeitlichen Verlauf darstellt. Anfang Juli sollen dann auch die Bodenuntersuchungen im Stadtgebiet (Brilon-Stadt, Altenbüren, Thülen) beginnen, um das Verteilungsmuster der Belastungen zu ermitteln.


 


Ein möglicher Aufenthaltsort von Kindern sind Spielplätze im direkten Wohnumfeld. Im Rahmen der geplanten Studie werden daher ebenfalls etwa 15 ausgewählte Kinderspielplätze in Brilon besucht. Es soll dort überprüft werden, wie häufig Kinder von den Spielangeboten Gebrauch machen. Auch hier werden jahreszeitliche Unterschiede und witterungsabhängige Schwankungen erwartet. Deshalb ist vorgesehen, im Juni, September und November auf den ausgewählten Spielplätzen entsprechende Daten zu erheben sowie nach Möglichkeit auch Eltern zu interviewen. Das Ergebnis der Datenauswertungen liegt voraussichtlich Ende 2017 vor.


 


Zum Hintergrund:


In Brilon wurden großflächig sogenannte geogene, also natur- bzw. bergbaubedingte erhöhte Schwermetallbelastungen im Boden nachgewiesen. Ursache hierfür sind Vorgänge, die vor Millionen von Jahren zur Bildung der Blei- und Zinklagerstätten des „Briloner Galmeibezirks" geführt haben.


 


Es ist nun von Interesse, wer bei welchen Aktivitäten wie mit dem Boden und damit möglicherweise mit Schwermetallen in Berührung kommt. Kleine Kinder gelten diesbezüglich aufgrund ihres Spielverhaltens als die sensibelste Bevölkerungsgruppe. Sie haben den häufigsten und intensivsten Bodenkontakt, bei dem es direkt auch zum Verschlucken von Bodenpartikeln kommen kann. Zur Beurteilung von Bodenbelastungen wird standardgemäß angenommen, dass Kinder regelmäßig und häufig im Garten bzw. auf Spielplätzen spielen. Wie sich diese Annahme für das Untersuchungsgebiet der Stadt Brilon konkretisieren lässt, soll nun überprüft werden.


 


Diese Studie wird gefördert vom Land Nordrhein-Westfalen. Weitere Informationen sind unter www.hochsauerlandkreis.de, Suchfunktion Bodenschutz/Aktuelles, abrufbar. Dort finden Interessierte auch den Fragebogen und die Wochenprotokolle der Umfrage, an der sich jeder Einwohner im Stadtgebiet Brilon, der Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren hat, gerne beteiligen darf. Ansprechpartner bei der Unteren Bodenschutzbehörde ist Christoph Meisen, der für Rückragen unter Telefon 0291/94-1647 zur Verfügung steht.

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