Leitbild

"Gesundheit ist ein Zustand vollständigen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Beschwerden und Krankheit." (Verfassung der Weltgesundheitsorganisation WHO 1948)

"Gesundheit wird als mehrdimensionales Phänomen verstanden und reicht über den Zustand der Abwesenheit von Krankheit hinaus." (Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, 1997)

Ausgehend von diesen nur beispielhaft aufgeführten Definitionen von Gesundheit, ist Gesundheit und somit auch Förderung von Gesundheit umfassend, multidisziplinär zu verstehen, nämlich als körperliche, geistige und soziale Gesundheit. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist dem Grunde nach der größte Teil der Kinder in Deutschland gesund. Allerdings ist lt. BZgA auch belegt, dass bei ca. 20 Prozent aller Mädchen und Jungen gesundheitliche Auffälligkeiten zu beobachten sind, die oft kumulativ auftreten. Dabei ist eine Verschiebung des Krankheitsspektrums zu beobachten, die von den akuten zu überwiegend chronisch-körperlichen Erkrankungen und von körperlichen zu psychischen Erkrankungen verläuft.

Nach den Empfehlungen der BZgA richtet sich Gesundheitsförderung im Kindesalter auf die Förderung des sozialen, psychischen und physischen Wohlbefindens von Kindern. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung von Ressourcen und die Senkung von Belastungen bei Mädchen und Jungen. 

Das Kinderkurheim kann in der Sicherstellung dieses Anspruches auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen. Das Kinderkurheim "Arnsberg" auf Norderney wurde erstmals 1921 als "Erholungsheim" durch Kinder aus dem Bereich des Altkreises Arnsberg belegt und entwickelte sich ab etwa 1947 von dem ursprünglichen Erholungsheim hin zu einer Einrichtung für eine gehobene Kurheilfürsorge. Seit 1991 wird das Kinderkurheim als "stationäre Einrichtung für medizinische Vorsorgeleistungen und medizinische Rehabilitationsmaßnahmen" geführt.

Vielfache und z.T. grundlegende gesellschaftliche Veränderungen gerade auch im Hinblick auf Erziehung, Förderung und Bildung sowie unterschiedlich geprägter Wertschätzung eines jeden Kindes, haben das Kinderkurheim immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. 

Der Hochsauerlandkreis hat es sich zuletzt auch in seinem "Zukunftsprogramm" zum Ziel gesetzt, dieses Angebot der Gesundheitsförderung als eine Maßnahme der gesundheitlichen Prävention auch weiterhin allen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien vorzuhalten.

Werte und Verhaltensgrundsätze

Auf der Grundlage des gesetzlichen Anspruchs, nachdem "jeder junge Mensch ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit" hat, bietet das Kinderkurheim jedem Kind oder Jugendlichen mit all seinen körperlichen oder aus- oder unausgesprochenen seelischen Belastungen im Rahmen der Kinderkur eine altersentsprechende Atmosphäre des Angenommenseins, der Erholung und Orientierung.

Ausgebildete medizinische und pädagogische Fachkräfte sorgen dafür, dass jedes "Kurkind" in seiner Individualität geschätzt und geachtet wird. Neben den medizinisch notwendigen Leistungen gibt es vielfältige, wohl aufeinander abgestimmte, sozialpädagogische Einzel- und Gruppenangebote. 

 

Wir arbeiten nach folgenden Grundsätzen:

  • Wir respektieren die Patienten unabhängig von ihrer Herkunft, Nationalität und Konfession und nehmen sie vorbehaltlos an.
  • Wir halten die Schweigepflicht über Personen, Daten und Vorinformationen der Patienten ein.
  • Wir halten gesetzliche Vorgaben ein.
  • Wir arbeiten in allen Teams kooperativ miteinander und erwarten diese Haltung auch von den anderen Teammitgliedern.
  • Die Teams kooperieren untereinander. Dienstgespräche finden regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich, statt.
  • Wir unterstützen kreatives Denken, fördern aktiv die Entwicklung neuer Ideen.
  • Wir versuchen, durch Fort- und Weiterbildung unsere fachliche Kompetenz zu steigern und die Qualität unserer Arbeit zu steigern.
  • Wir reflektieren kontinuierlich unsere eigenen Tätigkeiten.
  • Wir schaffen aktiv ein positives Betriebsklima, das es jedem Mitarbeiter ermöglicht, seine Rolle zufrieden auszuüben.
  • Entsprechend des Leitbildes, nach dem das Wohlbefinden eines Kindes oder Jugendlichen durch körperliche, geistige und soziale Gesundheit geprägt ist, wird zur Zielerreichung oder Stabilisierung auch die Möglichkeit der Wiederholungskuren ausdrücklich gegeben.

Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung

Voraussetzung für die Einstellung im pädagogischen Team des Kinderkurheimes ist neben den Voraussetzungen der §§ 72, 72 a SGB VIII (Fachkräftegebot, Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter Personen) der Nachweis einer pädagogischen Ausbildung.
Für die Übernahme der Leitung ist grundsätzlich ein Abschluss der Sozialarbeit / Sozialpädagogik Voraussetzung. Auch die für die Pflege und gesundheitliche Betreuung zuständigen Fachkräfte unterliegen den o.g. Bestimmungen.

Der Hochsauerlandkreis legt großen Wert auf die Weiterentwicklung des Angebotes. Hierzu zählt die Fort- und Weiterbildung der jeweiligen Fachkräfte, die nicht nur der fachlichen Weiterentwicklung, sondern auch der individuellen Stärkung der Eigenverantwortlichkeit jedes einzelnen Mitarbeiters dient.
In gemeinsamen Fachgesprächen zwischen den Fachkräften des Kinderkurheimes und dem Hochsauerlandkreis werden das Leitbild, Inhalte und Zielerreichung der Kurmaßnahme regelmäßig miteinander reflektiert und fortgeschrieben.   

Wünsche bei den Mahlzeiten, bei den Ausflügen, weitere Anregungen für Anwendungen etc. werden nach Möglichkeit berücksichtigt.
Ziel ist immer die Verbesserung des Gesundheitszustandes des Kindes mit Auswirkung auf eine Aktivitätssteigerung. Dazu gehört auch die Entwicklung von Krankheitseinsicht und Krankheitsbewältigungsstrategien und der Abbau von Barrieren.

Dementsprechend ist eine Zusammenarbeit mit den Eltern, die nicht an der Kur teilnehmen, wichtig.
Eine Kommunikation über Telefon oder E-Mail ist von hoher Bedeutung, so dass den Eltern die Arbeit transparent gemacht werden kann.