Informationen zum Visum für den Familiennachzug zu deutschen Staatsangehörigen

Ihr ausländischer Ehepartner muss bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung zunächst ein Visum zur Familienzusammenführung (Ehegattennachzug) beantragen.

Ob der ausländische Ehegatte bei einer binationalen Ehe ein Visum zur Einreise benötigt, hängt von der Staatsangehörigkeit ab. Nur Staatsangehörige aus den Ländern, die sich bis zu drei Monaten visumsfrei im Bundesgebiet aufhalten dürfen, können nach der Einreise ins Bundesgebiet die Aufenthaltserlaubnis zur Herstellung und Wahrung der familiären Lebensgemeinschaft beantragen. Wird generell ein Visum benötigt, muss vor der Einreise ein entsprechender Antrag bei der deutschen Auslandsvertretung des Herkunftslandes gestellt werden; an diesen Personenkreis richtet sich dieses Merkblatt. Dies gilt auch entsprechend, wenn die Eheschließung nach der Einreise erfolgen soll. Für die Herstellung und Wahrung einer lebenspartnerschaftlichen Gemeinschaft im Bundesgebiet gelten die Vorschriften entsprechend. Bei Adoptionsverfahren gelten abweichende Regelungen.

 
Was muss bei der Einreise zum deutschen Ehepartner beachtet werden?
Das Visum wird vom ausländischen Ehepartner bei der deutschen Auslandsvertretung in seinem Heimatstaat beantragt. Ist die Eheschließung im Ausland erfolgt, muss deren Wirksamkeit von der deutschen Auslandsvertretung bestätigt werden. Die Eheschließung muss im Bundesgebiet Rechtsgültigkeit haben. Die Auslandsvertretung nimmt den Visumantrag mit weiteren Unterlagen entgegen und übersendet ihn an die Ausländerbehörde. Da für den Nachzug zu Deutschen und Ausländern unterschiedliche Regelungen gelten, prüft die Ausländerbehörde noch einmal, ob der Ehepartner die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Im Einzelfall kann die Auslandsvertretung auch um die Durchführung weiterer Ermittlungen bitten. Nur soweit erforderlich wendet sich die Ausländerbehörde mit weiteren Fragen an den deutschen Ehepartner.
Nach Durchführung der erforderlichen Prüfungen teilt die Ausländerbehörde der Auslandsvertretung ihre Stellungnahme zum Visumantrag mit; der Auslandsvertretung obliegt dann die weitere Bearbeitung.

Was ist beim Zuzug von Verlobten zu beachten, die in Deutschland heiraten wollen?
Da bis zur wirksamen Eheschließung noch keine gesetzliche Unterhaltsverpflichtung gegenüber dem ausländischen Partner besteht, muss dort eine Verpflichtungserklärung nach § 68 des Aufenthaltsgesetzes vorgelegt werden, in der für den Lebensunterhalt, den ausreichenden Krankenversicherungsschutz und die Unterbringung garantiert wird. Diese Verpflichtungserklärung ist von dem Antragsteller im Ausland zusammen mit dem Visumsantrag bei der deutschen Auslandsvertretung einzureichen. Sie muss also vor der Antragstellung von dem deutschen Partner unterschrieben zugesandt werden. Das Formular ist bei der Ausländerbehörde erhältlich. Hier wird auch die Unterschrift der Referenzperson (des deutschen Partners) beglaubigt.
Die Auslandsvertretung nimmt den Visumantrag entgegen und übersendet ihn an die Ausländerbehörde, die den deutschen Partner zur Abgabe von Erklärungen bzw. Unterlagen schriftlich einlädt, wie z.B.:

  • Vorlage einer Ledigkeitsbescheinigung (die vom Einwohnermeldeamt ausgestellt wird)
  • Vorlage des rechtskräftigen Scheidungsurteils, wenn bereits eine Ehe bestanden hat.
  • Weiter ist die Vorlage des Einkommensnachweises erforderlich. Es genügen die drei letzten aktuellen Verdienstbescheinigungen, bei Selbständigen eine Bestätigung des Steuerberaters über das durchschnittlich erzielte Netto-Monatseinkommen.

Da sich dieser Termin nach dem Bearbeitungsstand und den Kapazitäten für die Publikumsberatung orientiert, ist eine vorherige Vorsprache nicht möglich. Es wird deshalb ausdrücklich gebeten, davon abzusehen. Danach gibt die Ausländerbehörde ihre Stellungnahme gegenüber der Auslandsvertretung ab.

Hinweis
Schengen- oder nationale Visa zur Eheschließung sind erst zu erteilen, wenn der Eheschließung keine rechtlichen und tatsächlichen Hindernisse entgegenstehen und sie unmittelbar bevorsteht. Sie steht dann unmittelbar bevor, wenn das erforderliche Ehefähigkeitszeugnis vorgelegt wurde oder dem zuständigen Standesamt sämtliche für die Befreiung von der Beibringung des Ehefähigkeitszeugnisses erforderlichen Unterlagen vorgelegt wurden.

Nachzug minderjähriger Kinder zur Durchführung einer Adoption
Das Adoptionsverfahren muss zunächst im Herkunftsland des Kindes nach dortigem Recht eingeleitet und betrieben werden. Die Beratung durch das zuständige Jugendamt sollte vorher und parallel unbedingt in Anspruch genommen werden.
Die deutschen Adoptiveltern legen der Ausländerbehörde die Bescheinigung der Adoptionsstelle des Jugendamtes vor. Sofern vorhanden, fügen sie eine Kopie der Geburtsurkunde des Kindes bei, ansonsten eine Erklärung über die Personalien des Kindes. Für das Kind muss ein Reisepass bei den Behörden des Heimatstaates beantragt sein.
Da bis zur wirksamen Annahme als Kind ein gesetzlicher Unterhaltsanspruch des Kindes nicht besteht, ist eine Erklärung nach § 68 des Aufenthaltsgesetzes über die Garantie für die Kosten des Lebensunterhalts, des Krankenversicherungsschutzes und der Unterbringung erforderlich.
Die Ausländerbehörde informiert die zuständige deutsche Auslandsvertretung und teilt ihr die Zustimmung zur Visumerteilung mit. Die Adoptiveltern können sich dann an die Auslandsvertretung wenden und dort das Visum für das Kind in Empfang nehmen. Bitte beachten Sie unbedingt, dass die deutsche Auslandsvertretung das Visum erst ausstellt, wenn die Adoption nach dem Recht des Herkunftsstaates wirksam erfolgt und bestätigt ist. Danach kann die Einreise erfolgen.

Allgemeine Hinweise
Nach der Einreise ist für alle aufenthaltsrechtlichen Angelegenheiten, wie z.B. die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis, die Ausländerbehörde zuständig. Dies gilt auch für den Fall, dass die Eheschließung nach der Einreise nicht fristgerecht geschlossen werden konnte. Dieses Merkblatt ist auf den "Normalfall" zugeschnitten. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass im Einzelfall Abweichungen möglich sind.

Die oben genannten Ausführungen gelten nicht für Staatsangehörige aus einem Land der Europäischen Union.

Ansprechperson für Visa-Angelegenheiten

0291 / 94-1348

Ansprechperson für Visa-Angelegenheiten

0291 / 94-1369