Sprachmittlerpool

Grundlagenschulung ehrenamtlicher SprachmittlerInnen

Das KI HSK bietet eine weitere Grundlagenschulung als Unterstützung für ehrenamtliche Sprachmittlerinnen und Sprachmittler an, die in Kindergärten, Schulen, Betrieben und Behörden in Beratungsgesprächen übersetzen oder zukünftig übersetzen und in den Laien-Sprachmittlerpool des HSK aufgenommen werden möchten. Die Möglichkeiten eines Sprachmittlerpools bieten eine Ergänzung zu vorhandenen kommunalen Übersetzungsnetzwerken und sollen diese keinesfalls ersetzen. Ehrenamtliche SprachmittlerInnen sind keine professionellen Dolmetscher. Die Tätigkeit vereidigter Übersetzer und Dolmetscher kann durch sie ebenfalls nicht ersetzt werden. Ausgangslage ist aber, dass es für häufig nachgefragte Sprachen wie Farsi, Dari oder die afrikanischen Sprachen kaum professionell arbeitende Dolmetscherinnen und Dolmetscher gibt oder aber Kosten für sie nicht übernommen werden. Die Sprache ist eine der wichtigsten Verständigungsbrücken zwischen Menschen. Gerade zugewandert sind Kenntnisse in der deutschen Sprache noch sehr gering oder gar nicht vorhanden. Besonders bei Behördengängen, in Beratungsstellen, Schulen und Kindergärten ist oft eine ausreichende Verständigung nicht möglich. Niemand soll aber von der gesellschaftlichen Teilhabe aufgrund fehlender sprachlicher Kompetenzen ausgeschlossen werden. Viele Ehrenamtliche engagieren sich schon lange als SprachmittlerInnen, übersetzen in Alltagssituationen und leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Integration. Durch ihre Tätigkeit können in Beratungsgesprächen Missverständnisse vermieden und fehlerhafte kulturelle Schlussfolgerungen aufgeklärt werden. Für die Grundlagenschulung konnte eine Dozentin gewonnen werden, die über eine mehrjährige Erfahrung in der Qualifizierung von ehrenamtlichen Sprachmittlern verfügt. Aufgaben und Ablauf des Übersetzens werden ebenso thematisiert wie die Verpflichtung zur Unparteilichkeit, Neutralität und Schweigepflicht. Es geht um Techniken des Dolmetschens, aber auch um Techniken zur Abgrenzung, zum Umgang mit Rollenkonflikten und zur Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle. Langfristig dienen ehrenamtliche Sprachmittlerinnen und Sprachmittler dem Ziel, Menschen mit Migrationshintergrund Zugang zu Informationen zu ermöglichen und somit gesellschaftliche Partizipation zu fördern. Sie bauen Brücken im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen, indem sie die Kommunikation zwischen Ansprechpartnern in Einrichtungen und Personen mit mangelnden Deutschkenntnissen ermöglichen.

Erste Schulung ehrenamtlicher SprachmittlerInnen

Eine lebendige und fachlich gut strukturierte Schulung erlebten ehrenamtliche SprachmittlerInnen am 24. November in Meschede. Dr. Natalia Tilton aus Berlin vermittelte theoretische Grundlagen in abwechslungsreicher und kurzweiliger Weise. Inhalte waren u.a. Anforderungen an SprachmittlerInnen, Reflexion der Rolle und ethische Prinzipien. Eigene Grenzen erkennen und diese Grenzen den anderen Gesprächsteilnehmern transparent zu machen, ist eine nicht unerhebliche Anforderung. Grenzen sind individuell und verändern sich im Laufe der eigenen Biographie.

Als sog. KommunaldolmetscherInnen übersetzen unsere SprachmittlerInnen bei alltäglichen Gesprächen in Kindergärten, Schulen, Betrieben und Behörden. Neben Schweigepflicht, Neutralität und Sachlichkeit ist die Klarheit über die eigene Rolle eine wichtige Voraussetzung für das ehrenamtliche Dolmetschen. Die TeilnehmerInnen waren sich einig, dass eine weiterführende Schulung für ihr ehrenamtliches Engagement eine wichtige Unterstützung sein kann.

Ehrenamtliche SprachmittlerInnen, die Interesse an einer solchen Grundlagenschulung haben, können sich gerne an uns wenden: Barbara Schnettler, 02931/94-4128 oder barbara.schnettler@hochsauerlandkreis.de

Ansprechperson

02931 / 94-4128

Ansprechperson

02931 / 94-4147